David Walliams -Propeller Opa

 

 

 

 

Jacks Großvater wird von Tag zu Tag verwirrter. Es fängt ganz harmlos an, bis er nur noch in der Vergangenheit lebt. Er denkt, dass er  immer noch im 2. Weltkrieg und als Pilot seiner berühmten Spitfire unterwegs ist. Jack, der Enkelsohn, ist der einzige, der seinen Opa versteht. Für ihn ist das wie ein Spiel und deswegen ist er absolut entsetzt, dass sein Opa in ein Altersheim kommen soll. Das Altersheim Twilight Towers hat einen schrecklichen Ruf, besonders die Schwestern und die Vorsteherin. Jack versucht dies zu verhindern und kann seine Eltern zu einem Versuch auf Probe überreden. Als Opa dann aber auch aus seinem Zimmer flüchtet und eine ganze Woche unauffindbar ist, bleiben seine Eltern hart. Nach dieser Aufregung, die bei Scotland Yard endet, muss Opa ins Altersheim.
Da bleibt Jack nur eine Möglichkeit: Er muss seinem Opa zur Flucht verhelfen. Gemeinsam hecken sie einen Fluchtplan aus, der alle anderen Bewohner des Heimes mit einschließt …..
Ich fand das Buch abwechslungsreich, spannend, hinreißend erzählt, aber auch ein wenig traurig, besonders zum Schluss. Man erfährt unheimlich viel über die Geschichte des zweiten Weltkrieges und die englische Luftschlacht. Die vielen Zeichnungen und Comic-Ausdrücke sind richtig anschaulich und steigern den Lesespaß - und außerdem gibt es noch ein sehr hilfreiches Glossar mit Worterklärungen.
                                                                                      Sebastian Bauer

Jodi Picoult - Kleine große Schritte

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

                                                                                   (C. Bertelsmann Verlag)
Dieses Buch geht unter die Haut. Auch wenn sie in Amerika spielt, stellt Jodi Picoult doch allgemeingültige Fragen mit dieser Geschichte. Wie selbstverständlich wir mit unseren Privilegien umgehen und nicht realisieren, wie oft farbige Menschen zurückgesetzt und benachteiligt werden, wird einem bei der Lektüre erst richtig bewusst. Dazu werden aus der Sicht des Kindsvaters die Weltsicht und die Strukturen der rechten Szene sehr anschaulich, ja fast erschreckend, beleuchtet. Als dritte Protagonistin kommt auch noch die Verteidigerin Kennedy zu Wort. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, so spannend ist das Thema in die Handlung verpackt. Inhaltlich und sprachlich ein Lesegenuss!
                                                                                           Barbara Nürnberg

Maria Knissel – Drei Worte auf einmal

Chris ist 13 Jahre alt, als sein großes Vorbild, der sieben Jahre ältere Bruder Klaus, mit dem Motorrad verunglückt und als Pflegefall, geistig und körperlich behindert, nach Hause zurückkehrt. Die Mutter arbeitet sich auf in der Pflege, der Vater wird sprachlos angesichts des Schicksalsschlages und Chris vereinsamt inmitten dieser gemeinsamen Heraus-forderung. Er rutscht ab, klaut, trinkt, wird aus der Schule geworfen, fängt sich, schließt eine Ausbildung ab und findet endlich seinen Halt in der Musik, mit seinem heißgeliebten Saxophon. Er ist es auch, der die eigentlichen Bedürfnisse des behinderten Bruders erkennt und den Menschen, nicht nur den „Pflegefall“ sieht.
Ein unglaublich berührendes Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann. Ganz unspektakulär beschreibt es den Alltag mit dem behinderten Bruder, die kleinen Fortschritte, die Verantwortung, die der „kleine“ Bruder übernehmen muss. Dazu ist es ein Stück Zeitgeschichte über rund 30 Jahre, die mit der Entführung Martin Schleyers beginnt. Auch beleuchtet es anschaulich die Veränderung in der Gesellschaft im Umgang mit behinderten Menschen und die Fortschritte in der Therapie.
Es ist nicht nur das einzige Buch, das aus der Sicht des Geschwisterkindes eines Behinderten berichtet, es sind die ganz realen Erlebnisse des Saxofonisten Stephan Völker, Absolvent der European Jazz Academy, der unter anderem mit Albert Mangelsdorff gespielt und Größen wie Ute Lemper und Udo Jürgens begleitet hat.
Maria Knissel hat diese Lebensgeschichte bewusst als Roman angelegt, schnörkellos und mitreißend geschrieben. Die zeitgeschichtlichen Daten stimmen jedoch mit der Wirklichkeit exakt überein wie auch die Dialoge der Familie.
Diesem Buch wünsche ich von Herzen viele begeisterte Leser. Gerade wer vielleicht angesichts der Thematik eher zögert – es lohnt sich! Denn dieses Buch bereichert und bewegt. Eine Entdeckung!
                                                                                           Barbara Nürnberg



Gusel Jachina – Suleika öffnet die Augen

Suleika ist eine tatarische Bäuerin, klein und zart, die ihrem sehr viel älteren, oft gewalt-tätigen Mann vier Töchter geboren, diese aber im Säuglingsalter wieder verloren hat und unter ihrer hundertjährigen, herrischen Schwieger-mutter leidet. 1930 wird ihr Ehemann im Zuge der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft und Enteignung unter Stalin wegen seines Widerstands vom Rotarmisten Ignatow erschossen und Suleika wird zusammen mit weiteren Kulaken (wohlhabenden Bauern) und anderen dem neuen Regime suspekten Personen auf einer monatelangen Reise per Schlitten, Eisenbahnwaggon und Lastkahn nach Sibirien deportiert. Die Umsiedler überwintern unter schwierigsten Bedingungen in einer selbst errichteten Erdhütte, in der Suleika ihren Sohn Jusuf zur Welt bringt. Im Frühjahr kommt Unterstützung und Material mit weiteren Umsiedlern und Bewachern und es entsteht eine richtige Barackensiedlung, die den Namen Semruk erhält. Dort findet Suleika ihre wahre Größe , erst als Küchenhilfe und Kranken-schwester, dann als erfolgreiche Jägerin, welche die Bewohner des Lagers vor dem Hungertod bewahrt.
Ihren geliebten Sohn aber zieht es zum Kunststudium in die Stadt.


Dieses Buch ist ein in klarer Sprache wunderbar anschaulich und lebendig erzählter Roman, der das Schicksal der kleinen tatarischen Bäuerin Suleika vor dem historischen Hintergrund der von Stalin beherrschten Sowjetunion von 1930 bis 1946 schildert. In diesem Zeitraum, fernab der Zivilisation, verbannt in die Hölle von Sibirien, in einem Lager mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten und ums tägliche Überleben kämpfend, verändert sich Suleika von der gläubigen Muslimin und Anhängerin von Geistern zu einer eigenständig denkenden, starken Frau, die Vorurteile und moralische Fesseln ablegt und Scham und Ängste hinter sich lässt, das Loslassen lernt und schließlich ihre wahre Liebe findet.
Nicht zuletzt erfährt auch der Kommandant Ignatow eine Entwicklung vom ideologisch verblendeten kaltblütigen Mörder zur empathischen, sich für seine Verbannten einsetzenden und sich Spitzeldiensten verweigernden menschlichen Führungspersönlichkeit (was seine Absetzung zur Folge hat), die es wert ist, von Suleika geliebt zu werden.
Fesselnd, anrührend, einfach großartig und zu Recht vielfach preisgekrönt. Unbedingt lesenswert.
                                                                                        Gudrun Schneider

Margit Auer - Die Schule der magischen Tiere


Ida ist neu in der Klasse und bekommt das schnell zu spüren. Nicht nur die vielen neuen Gesichter, die Ida sich merken muss, machen ihr zu schaffen, auch ihr neuer Spitzname ärgert sie: Tante Elfriede! Den hat Helene, die Klassenzicke, ihr verpasst.
Zum Glück ist die fröhliche Lehrerin Miss Cornfield, die aus Schottland kommt und ein bisschen verrückt aussieht, auch neu. Obwohl sie die Kinder noch nie gesehen hat, kennt sie jeden in der Klasse mit Namen. Seltsam… Und dann taucht auch noch der Inhaber der magischen Zoohandlung Mr Mortimer Morrison auf und kündigt an, dass zwei Kinder aus der Klasse bald ein magisches Tier erhalten würden, das einem aus der Patsche hilft und für immer bleibt.
Alle sind aufgeregt. Natürlich möchte jeder so ein magisches Tier bekommen!
Auch der verträumte Benni hätte gern ein Tier an seiner Seite! Am liebsten ein Raubtier, dann würden ihn die anderen endlich einmal ernst nehmen…
                                                                                  (Carlsen Verlag)

Die Kinderbuchreihe „Die Schule der magischen Tiere“ ist die derzeit beliebteste in Deutschland. Mit inzwischen acht Bänden der Hauptreihe und einem Ferienband, denen bald weitere folgen werden, hat sich Margit Auer in die Herzen der Kinder geschrieben. In den Geschichten rund um die Klasse von Miss Cornfield finden sie sich mit all ihren Freuden und Sorgen wieder.
Wer würde nicht gerne ein magisches Tier besitzen, das nur mit ihm sprechen kann und mit Rat und Tat als Begleiter zur Seite steht?
                                                                                    Barbara Nürnberg


Ewald Arenz - Herr Müller, die verrückte Katze und Gott

Die schillernd-bunte Einladung von Erfolgsautor Ewald Arenz zum literarischen Himmel-und-Hölle-Spiel voller Irrwitz: Jehudi, Erzengel mit einer Vorliebe für Gin Tonic und verantwortlich für die Verwaltung der Seelen im Vorhimmel, stellt bei seinem Kontrollgang im unsichtbaren vierzehnten Stockwerk des Spiegel-Hochhauses bestürzt fest, dass eine fehlt. Kurt Müllers Seele ist bei seinem ebenso plötzlichen wie tödlichen Fenstersturz in Nürnberg verloren gegangen, und ihr spurloses Verschwinden droht vor der Zeit den Beginn der Apokalypse auszulösen. In der Not bittet Jehudi seinen Bruder Abaddon um Hilfe – einen gefallenen Engel und Dämonenfürsten, der gerade sein Katapult für flugwillige Pinguine testet. Kurt Müller aber hat sich derweil in Frankreich als Katze reinkarniert und keine Ahnung davon, dass nicht nur die Himmelsmächte nach ihm suchen, sondern zudem die Unterwelt den Höllenhund auf ihn angesetzt hat, um seine Seele und damit die Schöpfung für immer zu zerstören. Wird es Kurts Tochter Helena gelingen, zusammen mit Jehudi und Abaddon die Seele ihres Vaters zu finden und den Jüngsten Tag abzuwenden? Doch da ist auch noch Erzengel Uriel mit ganz anderen Rettungsplänen für das Universum. Und wo ist überhaupt Gott? Eine erfrischend humorvolle, bisweilen heiter-sarkastische Auseinandersetzung mit Sinn und Unsinn des Lebens, Religion, Glauben und Fanatismus, mit der Idee von Reinkarnation, Engeln und Gottesbildern. (Ars vivendi Verlag)

Ewald Arenz bringt in diesem Buch ein kunterbuntes Personal hervor, das in oft irrwitzigen Aktionen durch Erde und Himmel saust. Seine Einfälle und Fabulierkunst sind einfach große Klasse. Keine Angst – es wird nicht blasphemisch. Ein absolut hinreißendes Buch, beim Lesen darf oft herzhaft gelacht werden.
                                                                                Barbara Nürnberg

Kristin Hannah - Die Nachtigall

 

„In der Liebe finden wir heraus, wer wir sein wollen; im Krieg finden wir heraus, wer wir sind“. So beginnt das Buch „Die Nachtigall“ von Kristin Hannah, das während des zweiten Weltkriegs in Frankreich von der Geschichte zweier Schwestern handelt, die jede auf ihre eigene Weise für ihr Leben, ihre Lieben und ihre Freiheit kämpft.
Nach dem frühen Tod ihrer Mutter und einen durch den ersten Weltkrieg veränderten Vater haben es Vianne und Isabelle nicht leicht. Vianne heiratet früh ihre große Liebe, während ihre jüngere Schwester Isabelle von einer Schule nach der anderen verwiesen wird.
Doch plötzlich wird alles anders, Frankreich gibt sich im Krieg gegen Deutschland geschlagen und die Deutschen rücken ein. Isabelle will das nicht hinnehmen und schließt sich einer Widerstandsbewegung an. Damit bringt sie sich und ihre Familie in Gefahr. Vianne versucht ihrer Tochter ein sicheres Zuhause zu bieten, nachdem ihr Mann eingezogen wird. Für beide Frauen wird das Leben immer gefährlicher und rauer und jede kämpft sich auf ihre Weise durch diese furchtbare Zeit.

„Die Nachtigall“ ist sehr gut geschrieben und hat mich tief bewegt. Es war sehr spannend zu lesen und es hat mich zum Weinen und zum Nachdenken gebracht. Es zeigt die Grausamkeit von Kriegen, für die Sieger und die Besiegten, für jeden Einzelnen, aber auch, dass immer Zeit für die Liebe ist.
                                                                                   Karin Bösendörfer


Derek Landy - Demon Road

Wer den genialen Skelettdetektiv Skulduggery Pleasant vermisst hat, wird in „Demon Road“ einen würdigen Nachfolger finden.
Erneut erschafft Kultautor Derek Landy eine Welt voller dunkler Geheimnisse, Blut und Humor. Auf der Reise über die Demon Road trifft man unter anderem auf Dämonen, untote Serienmörder, Vampire und lebende Autos.
Bereits in den ersten Kapiteln wird auf durchaus deftige Weise erklärt, dass die Protagonistin Amber Lamont ein Dämon ist und von ihren Eltern verspeist werden soll. Sie flieht und so beginnt ihre Reise über die Demon Road.


„Demon Road“ ist ein packendes Buch, bei dem hinter jeder Ecke neue Schrecken und Wendungen warten, so dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Diese bisweilen fast horrorhafte Story wird durch den für Derek Landy typischen Humor perfekt aufgelockert. Ähnlich wie in den letzten Teilen der Skulduggery-Reihe schwankt man zwischen Lachen und Erschrecken. Dazu kommen noch packende Action und epische Kämpfe um Leben oder Tod.
Für alle Fans von Skulduggery Pleasant eine klare Empfehlung, aber auch für alle Anderen, die den perfekten Mix zwischen Humor, Action und Horror suchen.
                                                                                                 Birk Röstel


Fabio Geda - Im Meer schwimmen Krokodile

 

Als Enaiat eines Morgens erwacht, ist er allein. Er hat nichts als seine Erinnerungen und die drei Versprechen, die er seiner Mutter gegeben hat. Mit dem Ziel, ein besseres Leben zu finden, begibt er sich auf eine lange Reise Richtung Westen. Er durchwandert die Länder des Ostens bis nach Europa. Er reist auf Lastwagen, arbeitet, schlägt sich durch, lernt das Leben von seiner grausamen Seite kennen. Und trotzdem entdeckt er, was Glück ist.

Fabio Geda erzählt die wahre Geschichte des zehnjährigen Enaiatollah Akbari in einem kurzen und zu Herzen gehenden Buch: eine Geschichte, die uns den Glauben an das Gute zurückgibt. (btb)

Ganz unspektakulär und doch mit ungeheurer Tiefe erzählt der junge Afghane, der zur Minderheit der Hazara in seinem Land gehört, die Geschichte seines Lebens und seiner Flucht. Von Pakistan über Iran, Türkei, Griechenland bis nach Italien, acht lange Jahre, ist er unterwegs, ohne Kontakt zur Heimat und zu seinen Angehörigen. Und dann -  endlich – die Stimme seiner Mutter am anderen Ende der Telefonleitung.

Ein Buch, das unter die Haut geht und den Blick öffnet für den einzelnen Menschen unter „den Flüchtlingen“.

                                                                                     Barbara Nürnberg


Paul Maar - In einem tiefen, dunklen Wald

 

Prinzessin Henriette-Rosalinde-Audora soll heiraten. Viele Prinzen kommen ins Haus, die sie gerne zur Frau hätten, aber keiner gefällt ihr. Deshalb fasst sie einen Plan, wie sie zu einem passenden Mann kommen will. Sie lässt sich von einem Untier entführen und wer sie befreit, bekommt das halbe Königreich und darf sie heiraten. Das Untier darf natürlich nur ein vegetarisches Untier sein, sonst würde die Sache ja ziemlich gefährlich werden. Nach einigem Hin und Her ist endlich ein Wald gefunden, in dem ein vegetarisches Untier haust. Und so macht sich Prinzessin Henriette-Rosalinde-Audora auf den Weg. Natürlich erst, nachdem alles eingepackt ist, was eine Prinzessin für einen Aufenthalt im Wald so braucht: „Nur die Körbe mit den Ess-Sachen, ein paar Fruchtsäfte, den Pudding, zwei, drei Schachteln Pralinen, das silberne Geschirr mit meiner Lieblingstasse und dann natürlich meine Kleider….meine Nachtwäsche, das zusammenklappbare Bett mit der Daunendecke, die Kissen, die Duftwässer, den Kamm, einen großen Spiegel, vielleicht eine Blumenvase mit ein paar Schnittblumen, meine Hausschuhe, dann etwas zu lesen und ein paar bunte Bänder fürs Haar. Das wäre auch schon alles. Nein, noch ein Schächtelchen Marzipan. Mit Schokoladenüberzug.“
Das Untier ist von der ihm zugedachten Rolle zwar nicht recht begeistert, freut sich aber immerhin über die Lebensmittel, die Prinzessin Henriette-Rosalinde-Audora dabei hat und duldet sie in seinem Unterschlupf. 
Die Nachricht über die Entführung der Prinzessin und die Belohnung für denjenigen, der sie befreit, hört auch die Königsfamilie aus Lützelburgen. Ihr Königreich ist so klein, dass sie ein bisschen Land gut gebrauchen könnten. Die drei Söhne des Königs machen sich auf den Weg, scheitern aber. Und so beschließt Tochter Simplinella gegen den Willen der Eltern, die Prinzessin zu befreien, um das halbe Königreich zu bekommen. Sie verkleidet sich als Junge und macht sich auf den Weg. Zusammen mit einem Küchenjungen, den sie unterwegs kennenlernt, findet sie Prinzessin Henriette-Rosalinde-Audora bei dem vegetarischen Untier. Das Märchen endet allerdings etwas anders, als sich alle Beteiligten das vorgestellt haben.
Die liebevoll gestalteten zahlreichen Illustrationen von Verena Ballhaus und der Sprachwitz von Paul Maar tragen dazu bei, dass auch Erwachsene beim Vorlesen Freude haben.
Besonders gut hat mir an dem Buch gefallen, wie Paul Maar mit den Rollenbildern der beiden Mädchen spielt und ganz nebenbei mit einigen Vorurteilen aufräumt.  
Zum Vorlesen ab etwa sechs Jahren geeignet.

                                                                                           Monika Betz